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Doryphoros / Achilleus (?)



Doryphoros / Achilleus (?)


Inventar Nr.: Sk 4
Bezeichnung: Doryphoros / Achilleus (?)
Künstler / Hersteller: Polyklet, Kopie nach
Datierung:
Datierung90 - 100 n. Chr.
weitere Datierungfrühkaiserzeitlich
Griechisches Vorbild450 BC
Objektgruppe: Skulptur
Geogr. Bezüge: Imperium Romanum
Material / Technik: Weißgrauer, feinkristalliner Marmor
Maße: rechte Brustwarze bis Pubesrand 40,5 cm (Distanz)
linke Brustwarze bis Mitte Pubesrand 45 cm (Distanz)
Brustwarzen 32 cm (Distanz)
Torso 144,5 cm (Höhe)
Provenienz:Erworben 1777 durch Landgraf Friedrich II. in Rom


Katalogtext:
Der vermutlich im 18 Jh. mit dem typologisch richtigen, aber nicht zu dieser Kopie gehörigen Kopf Nr. 1.8 versehene Torso war mit Marmorergänzungen zu einem Gladiator mit Schwert vervollständigt. Die Abnahme typenfremder Ergänzungen diente der archäologisch begründeten Vervollständigung dieser Replik des Doryphoros mit Gipsabgüssen der fast komplett erhaltenen Neapler Kopie (Bieber 1915). Nach der gravierenden Beschädigung im 2. Weltkrieg lässt der aus Fragmenten wiedergewonnene Torso immerhin erkennen, dass die erhaltenen Partien des Rumpfes mit Oberschenkelstumpf des rechten Standbeines und Stützenansatz sowie dem bis einschließlich Wade erhaltenen Spielbein trotz durchgängig ›geputzter‹ Oberfläche von einer handwerklich erfreulichen Kopie aus spätflavisch-frühtraianischer Zeit stammen (Kreikenbom 1990). Die zunächst für aussichtslos erachtete Restaurierung und Zusammensetzung der erhaltenen Bruchstücke findet ihre Berechtigung auch darin, dass der Torso einerseits die zeitliche Lücke an Doryphoros-Kopien im letzten Drittel des 1. Jh. n. Chr. schließt (Kreikenbom 1990), und andererseits innerhalb der im Klassizismus zusammengetragenen Kasseler Sammlung antiker Skulpturen das berühmteste männliche Standbild der klassischen Antike immerhin noch aufscheinen lässt. Die mustergültige Idealplastik des Bildhauers Polykleitos dient uns in so fragmentiertem Zustand zudem als Lehrstück sowohl für die Substanz und Befund beeinträchtigende Behandlung im 18. Jh. als auch für die zerstörerischen Kriegseinwirkungen der jüngeren Neuzeit.

(Gercke 2007)


Literatur:
  • Bieber, Margarete: Die antiken Skulpturen und Bronzen des Königlichen Museum Fridericianum in Cassel. Marburg 1915, Kat.Nr. 4.
  • Gercke, Peter; Zimmermann-Elseify, Nina: Antike Skulpturen und Neuzeitliche Nachbildungen in Kassel. Bestandskatalog. Mainz 2007, Kat.Nr. 7, S. 61.62.


Letzte Aktualisierung: 13.11.2019


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