|<<     2 / 2     >>|

Reiterstatue: König Philipp III. von Spanien zu Pferde



Reiterstatue: König Philipp III. von Spanien zu Pferde


Inventar Nr.: SM 3.2.48
Bezeichnung: Reiterstatue: König Philipp III. von Spanien zu Pferde
Künstler / Hersteller: Pietro Tacca (1577 - 1640)
Datierung: nach 1606
Objektgruppe: Skulptur / Innenskulptur
Geogr. Bezug:
Material / Technik: Bronze, gegossen, Reiter separat gegossen, rechter Unterarm und Kommandostab angesetzt, braungoldene Patina, z.T. schwarzer Lack
Maße: Skulptur ohne Sockel 61 x 23,5 x 57 cm (Objektmaß)
Sockel 14 x 23,5 x 57 cm (Objektmaß)


Katalogtext:
Dieses hochwertige Miniaturdenkmal stellt wahrscheinlich eine verkleinerte Version der monumentalen Reiterstatue Philipps III. von Spanien dar, die im Januar 1617 im Bereich der Palastgärten in Madrid enthüllt wurde und heute im Zentrum der spanischen Metropole auf der Plaza Mayor steht. Die Anatomie des gemessen schreitenden Pferdes ist von großer Lebensnähe, wie die genau wiedergegebene Äderung an Beinen, Bauch und Brust sowie die Hautfalten am Hals anzeigen. Philipp trägt den zeittypischen Gänsebauch-Harnisch, einen wenig ausladenden gekräuselten Kragen sowie einen kurzen Mantel, der sich an der rechten Seite über das mächtige, archetypisch wirkende Schwert legt. Während die Linke ohne sichtbare Anstrengung den Zügel führt, ruht die Rechte mit sanfter, fast gezierter Gebärde auf dem Kommandostab, Souveränität und Hoheit ausstrahlend, was durch die Blickführung nach rechts unterstrichen wird. Die feingliedrigen Hände und das Gesicht des Königs mit den familientypischen Zügen sind mit größter Präzision gebildet. Die weitgeöffneten, mit Pupillen versehenen Augen unter geschwungenen Augenbrauen und dem typischen Haarschopf suggerieren selbst im kleinen Maßstab die physische Gegenwart des Monarchen. Gleichfalls zeichnet sich bei Reiter und Pferd die Formulierung der Haarpartien durch bestechende Genauigkeit aus. Indessen ist ein prunkvoller Aufzug vermieden und damit einer Eigenart spanischer Repräsentation Rechnung getragen worden. Selbst die Kollane mit dem Orden vom Goldenen Vlies ist denkbar einfach. Die sehr getreue Wiedergabe der Tracht zielt offenkundig auf die Wirkung des Lineaments vor allem der Manteldraperie ab. Nur sehr sparsam wird die Oberfläche durch ornamentale Ziselierung veredelt: allein durch einen feinen Rankenfries erhalten der Rock des Königs sowie die fransengeschmückte Schabracke ornamentale Akzente.
Inv. Dräger 29.05.1996, überarbeitet 22.09.1997


Literatur:
Volker Krahn: Katalog ''Von allen Seiten schön'' Bronzen der Renaissance und des Barock, S. 386-388, Farb-Abb. S. 387


Letzte Aktualisierung: 20.09.2017


Wissenschaftliche Kommentare:

Hier können Sie uns Anmerkungen und Kommentare zu unseren Objekten hinterlassen, die nach Sichtung durch unsere Mitarbeiter allen Lesern angezeigt werden. Bitte beachten Sie, dass die Kommentare nach Freischaltung vollständig öffentlich einsehbar sind und auch von Suchmaschinen durchsucht und verarbeitet werden können - geben Sie daher bitte keine persönlichen Daten an. Möchten Sie uns direkt kontaktieren, wenden Sie sich bitte per E-Mail an info@museum-kassel.de

Bisher wurden keine Kommentare geschrieben.

Einen neuen Kommentar hinzufügen.




© Museumslandschaft Hessen Kassel 2019
Datenschutzhinweis | Impressum