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Screw-Barrel-Mikroskop mit Zubehör (F 250)



Screw-Barrel-Mikroskop mit Zubehör (F 250)


Inventar Nr.: APK F 227
Bezeichnung: Screw-Barrel-Mikroskop mit Zubehör (F 250)
Künstler / Hersteller: Nicolaus Hartsoeker (1656 - 1725), Zuschreibung
Datierung: um 1700
Objektgruppe: Mikroskop (Optisches Instrument)
Geogr. Bezug: Düsseldorf
Material / Technik: Elfenbein, Knochen (Schieber), Horn, Spiralfeder aus Stahl, Glas, Augenmuschel mit Linsenfassung aus (Zinn)folie.
Maße: Linse Schraubtubus 8,4 mm (Durchmesser)
Linse Schraubtubus 1,8 mm (Dicke)
Linse Schraubtubus ca. 13 mm (Brennweite)
max. 29,9 mm (Durchmesser)


Katalogtext:
Dies ist ein sogenanntes Screw-Barrel-Mikroskop, eine Modifikation des einfachen Mikroskops. Dabei ist ein Zylinder mit Außengewinde, in dem die Kondensorlinse eingebaut ist, in einen weiteren, durchbrochenen Zylinder eingeschraubt. Mit dieser Schraube lässt sich der Abstand des Präparats zur Lupenlinse ändern und damit das Bild scharf stellen. Wegen dieses „Schraub-Zylinders“, im Englischen „Screw-Barrel“, erhielt das Mikroskop seinen Namen. Ohne weitere Zubehörteile können mit diesem Mikroskoptyp lediglich Durchlichtpräparate betrachtet werden.

Jedoch hat dieses Mikroskop als Besonderheit einen weiteren Schraubzylinder, den man wiederum in dem oben genannten einschraubt. An dessen einer Stirnseite ist eine Augenmuschel, am anderen eine starke Lupe. Schraubt man den Zylinder heraus und hält die Muschel ans Auge, können Objekte im Auflicht stark vergrößert betrachtet werden. Eingeschraubt wirkt die Lupe als Kondensorlinse. Allerdings ist wegen deren vergleichweise geringen Durchmessers das Mikroskop nicht sehr lichtstark.

Von den im Inventar von 1765 erwähnten sechs Vergrößerungslinsen sind heute noch vier vorhanden. Es sind kleine, in Zinnfolie gefasste Glaskügelchen. Diese wurden je nach benötigter Vergrößerung in den Lupenhalter eingesetzt. Weil dies recht umständlich war und dabei die Zinnfolien leicht verbogen werden konnten, sind die Glaskügelchen bis auf eines mit der Zeit verloren gegangen.

Das Mikroskop trägt keine Signatur des Gelehrten und Instrumentenmachers Hartsoeker, ist diesem jedoch aufgrund dessen Veröffentlichung zugeschrieben (Essay de Dioptrique, 1694). Die in Zinnfolie gefassten Linsen erinnern stark an das einfache Mikroskop APK F 232 des Niederländers van Musschenbroek, bei dem die Linsen zwischen Messingblechen gefasst sind. Es ist also nicht unwahrscheinlich, dass APK F 227 ebenfalls von einem niederländischen Hersteller stammt. Spätere Srew-Barrel-Mikroskope sind statt der Lupenlinsen zwischen Metallblechen, mit Lupenlinsen in Schraubfassungen ausgerüstet. Damit war es wesentlich einfacher zwischen den Vergrößerungen zu wechseln.

Zum Mikroskop gehört ein Präparateschieber aus Horn mit zwei, heute leeren Präparatestellen (siehe APK F 250).

(B. Schirmeier, 2018 + F. Trier, 2026)


Literatur:
  • Bungarten, Gisela [Hrsg.]: Groß gedacht! Groß gemacht? Landgraf Carl in Hessen und Europa. Ausstellungskatalog. Kassel, Museumslandschaft Hessen Kassel. Petersberg 2018, S. 571-572, Abbildung S. 571, Kat.Nr. X.206.

Siehe auch:


  1. APK F 250: Mikroskop-Zubehör


Letzte Aktualisierung: 22.04.2026



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