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Porträt Dr. Friedrich Murhard



Porträt Dr. Friedrich Murhard


Inventar Nr.: AZ 248
Bezeichnung: Porträt Dr. Friedrich Murhard
Künstler / Hersteller: Carl Glinzer (1802 - 1878), Maler/in
Dargestellt: Friedrich Wilhelm August Murhard, Dargestellt
Datierung: 1840
Objektgruppe: Gemälde
Geogr. Bezug:
Material / Technik: Leinwand
Maße: 133 x 103 cm (Bildmaß)
132,3 x 101,5 x 2,2 cm (Objektmaß)
Leihgeber: Stadt Kassel, Städtische Kunstsammlungen
Beschriftungen: Signatur: bez.u.l.: C.Glinzer.pinx.1840


Katalogtext:
Kniestück in dunkelgrünem Hausmantel mit ocker-gelbem Revers, roter Weste, weißem Hemd und schwarzer Halsbinde. Der Gelehrte sitzt, nahezu en face, an seinem Schreibtisch und hält in der linken Hand ein Schriftstück, das mit "Stiftungs-Urkunde" bezeichnet ist. Die Rechte ruht, eine Feder haltend, auf seinem Oberschenkel. Der dunkelrote Ledereinband vorne rechts trägt die Aufschrift: "Friedr.Murhard / Geb: 7.Dec. 1778". Auf dem mit grünem Stoff überzogenen Schreibtisch liegen Briefe, ein leuchtend rot gebundenes Buch und Schreibuntensilien. Im Hintergrund steht links eine rückwärtig beleuchtete Platon-Büste im Profil, rechts wird hinter einem gerafften blauen Vorhang ein Teil der Bibliothek sichtbar. Die Titel auf den eingestellten Büchern lauten: "Allgemeine Polit: Annalen", "Ve[...] Ur[kunde]", "Recueil de Traités" und "Biblio[...] Mathemati[...]". In dem Atlas am vorderen Bildrand ist eine Karte von Mexiko und den Vereinigten Staaten von Amerika aufgeschlagen.
Friedrich Murhard (Kassel 1778-1853 Kassel) studierte in Göttingen Mathematik, Physik und gleichzeitig auch Philologie und Staatswissenschaften. Er promovierte bereits 1796 über La Granges Variationsrechnung. 1798-1801 unternahm er eine Reise nach Konstantinopel und Kleinasien, die er in seinen Schriften "Gemälde von Konstantinopel" und "Gemälde des griechischen Archipelagus" beschrieb. 1806 folgte eine Frankreichreise. 1808 wurde er zweiter Bibliothekar der Landesbibliothek in Kassel und Leiter des Observatoriums, er übernahm die Präfektur des Fulda-Départements und arbeitete als Redakteur. Nach der Rückkehr des Kurfürsten Wilhelm I. von Hessen-Kassel 1813 wurde der liberal eingestellte Gelehrte aus allen Ämtern entlassen. Da die Polizei ihn bespitzelte, siedelte er 1817 nach Frankfurt/Main über. Dort war er publizistisch tätig und wurde zum Vorkämpfer des Liberalismus in Deutschland. Nach seiner Ausweisung 1823 verhaftete man ihn 1824 in Hanau und nahm ihn in Kassel sieben Monate in Haft. Reisen führten ihn anschließend durch Belgien, Frankreich, Italien, England und Skandinavien, bevor er 1844 in Kassel nochmals verhaftet und zu vier Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Er starb 1853 in Kassel. Friedrich und sein Bruder Karl Murhard vermachten ihr gemeinsames Vermögen, vor allem ihre bedeutende Bibliothek, der Stadt Kassel.
Der Bildtypus ist mit Joseph Stielers Porträt "König Maximilian I. Joseph König von Bayern an seinem Schreibtisch sitzend", datiert 1814, zu vergleichen (U. v. Hase, Joseph Stieler 1781-1858. Sein Leben und sein Werk. Kritisches Verzeichnis der Werke, München 1971, S. 121, Nr. 35, Abb. 35).



Literatur:
Ausst.-Kat. Kassel 1915, Nr. 1; E. Glinzer, Carl Glinzer (Hessische Künstler 1), Kassel 1917, S. 4, Abb. 10; Th. Griewank, Die Brüder Friedrich und Karl Murhard/Staatswissenschaftler und Publizisten, in: Lebensbilder 1 (1939), S. 212-219; Ausst.-Hefte Kassel 12/1965, Kat.-Nr. 60; H. Schäfer, Friedrich Murhard - Geschichte einer politischen Verfolgung, in: Friedrich und Karl Murhard. Gelehrte Schriftsteller und Stifter in Kassel, hg. von der Stadtsparkasse Kassel, Kassel 1987, S. 14-35; H.-J. Kahlfuß (Hg.), 125 Jahre Murhardsche Stiftung der Stadt Kassel und ihrer Bibliothek 1863-1988 (Hessische Forschungen zur geschichtlichen Landes- und Volkskunde), Kassel 1988; Ausst.-Kat. Kassel 2003/2004, Kat.-Nr. 253, Farbtafel S. 253


Letzte Aktualisierung: 15.12.2020


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