Stamnos mit Rückführung des Hephaistos



Stamnos mit Rückführung des Hephaistos


Inventar Nr.: T 682
Bezeichnung: Stamnos mit Rückführung des Hephaistos
Künstler / Hersteller: Polygnotos-Gruppe
Datierung:
um 440 v. Chr.
Objektgruppe: Gefäß
Geogr. Bezüge: Griechenland, Athen
Material / Technik: Orangeroter Ton mit Überzug; schwarzer Glanztonüberzug; weiße und dunkelrote Deckfarbe
Maße: Mündungsdurchmesser 24 cm (Durchmesser)
Fußdurchmesser 14 cm (Durchmesser)
42,5 cm (Höhe)
größter Durchmesser 33,2 cm (Durchmesser)


Katalogtext:
Das bauchige Gefäß vom gleichen Typ wie ALg 59 weicht in der Größe und in Einzelformen wie dem reicheren Fußprofil, den Henkeln und dem Lippenprofil ab; in der nichtfigürlichen Dekoration wie Standleiste, Schulter- und Lippenfries sowie Palmetten-Voluten-Ranken auf den Henkelseiten treten die formspezifischen und zeitlichen Gemeinsamkeiten der Ornamentierung hervor; in der anspruchsvollen figürlichen Bemalung kommen wiederum die Unterschiede der künstlerischen Handschriften zur Geltung. Auf (A) reitet der göttliche Schmied und Kunsthandwerker Hepahistos mit schlaff herabhängenden Füßen auf einem ithyphallischen Maulesel nach rechts, feierlich gekleidet mit Chiton, Fell, Mantel, Laschenstiefeln, mit Efeu bekänzt; er hält eine Zange mit glühender Kohle in der Linken und einen Thyrsosstabin der Rechten. Den Maulesel führt ein kleiner Satyr. Voran schreitet Dionysos und blickt zurück; der Weingott ist bärtig und bekränzt, bekleidet mit lange, Chiton und Mantel; er hält in der gesenkten Rechten den rituellen Trinkbecher, in der Linken vor sich szepterartig den Thyrsosstab. Links folgt ein bekränzter, Doppelflöte blasender Silen; zwischen Dionysos und dem Tier steht die Inschrift KAΛOΣ (=schön). Auf (B) bläst ein bekränzter Silen Doppelflöte zwischen zwei Mänaden mit Thyrsos bzw. brennender Fackel.

Die Rückführung des widerstrebenden, fußkranken Hephaistos in den Olymp gelingt Dionysos und seinem Gefolge; dessen durchdringende, naturgewaltige Kräfte haben auch den trunken gemachten Schmiedegott mit Kranz und Thyrsos erfaßt und werden sogar an dem erregten, wegen seiner physischen Ausdauer im Altertum nicht gering geschätzten Maultier zur Anschauung gebracht. Der Maler gehört in den Umkreis der großen, fruchtbaren Werkstatt, die der Vasenmaler Polygnot führte.

(Yfantidis 1990)


Literatur:
  • Yfantidis, Konstantinos: Antike Gefäße. Staatliche Kunstsammlungen Kassel. Eine Auswahl. Melsungen 1990, Kat.Nr. 152, S. 214+216.


Letzte Aktualisierung: 16.08.2019


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