Schale (Kylix) mit Sportlern und Symposiast



Schale (Kylix) mit Sportlern und Symposiast


Inventar Nr.: T 664
Bezeichnung: Schale (Kylix) mit Sportlern und Symposiast
Künstler / Hersteller: Erzgießereimaler
Datierung:
um 480 v. Chr.
Objektgruppe: Gefäß
Geogr. Bezüge: Griechenland, Athen
Material / Technik: Hellbrauner Ton mit Überzug; schwarzer Glanztonüberzug; stellenweise olivgrün verbrannt; dunkelrote Deckfärbe.
Maße: Durchmesser mit Henkel 31,8 cm (Durchmesser)
10,2 cm (Höhe)
Durchmesser ohne Henkel 24,1 cm (Durchmesser)
Fußdurchmesser 9,6 cm (Durchmesser)
Beschriftungen: Beschriftung allg.: ΚΑΛ[ΟΣ]


Katalogtext:
Die Schale mit flachem Becken und knapp über den Rand reichenden Henkeln steht auf hohlem Stiel und einer flachkonischen, abgetreppten Fußplatte. Das Becken außen ist über zwei tongrundigen Standlinien um den Stielansatz beidseits mit Sportszenen aus der Palästra dekoriert. Auf der Vorderseite (A) trainieren zwei Sportler unter Aufsicht eines bekränzten Lehrers im Mantel, der sich vor einer Zielsäule oder Wendemarke auf einen langen Knotenstock stützt und mit dem vorgestreckten rechten Arm anweist; links greift ein Sportler nach einem auf dem Boden liegenden Diskus; in der Mitte bereitet sich ein Athlet mit zwei Sprunggewichten auf einen Weitsprung vor; im Hintergrund hängen zwei Diskusbeutel, ein Salbölgefäß (Aryballos) und ein Schaber (Strigilis); drei Speere und eine Hacke vervollständigen die sportlichen Gerätschaften. Auf der Rückseite (B) übt in der Mitte ein Diskuswerfer; ihn beobachtet links ein bekränzter Lehrer im Mantel und mit Knotenstock; rechts steht mit überkreuzten Beinen noch ein Lehrer in gleicher Tracht, er schaut zur Seite auf eine kannelierte Zielsäule oder hinüber zu dem Diskus aufhebenden Sportler jenseits des Henkels auf (A). Zwei Salbgefäße mit Schaber, zwei Speere und eine Hacke füllen den Bildraum; die großen Sportgerätschaften verstärken die divergierenden Figurenachsen in der Bildkomposition auf dem Schalenrand. Innen rahmt ein Mäanderband im Becken den bärtigen, bekränzten Zecher auf einem gepolsterten Ruhebett (Kline); sein Mantel läßt die Brust frei; in der Linken sowie in der vorgestreckten Rechten hält er eine Schale; vor ihm steht ein niedriger Tisch mit dunkelroten Blütenzweigen; an der Rückwand hängt ein großer Korb und lehnt ein Stützstock; darüber steht linksläufig die Aufschrift KAΛ[OS] (= schön).

Außenbilder mit trainierenden Epheben in Gymnasion/ Palästra und Innenbild mit Zecher, der eine Schale zum Nachfüllen oder Kottabosspiel emporhält, geben zwei zentrale Bildthemen und Ideale der griechischen Männergesellschaft wieder. Der Maler des Gefäßes, der vorwiegend Schalen bemalte, ist nach einer Berliner Schale mit Darstellung einer Erzgießerei benannt.

(Yfantidis 1990)


Literatur:
  • Yfantidis, Konstantinos: Antike Gefäße. Staatliche Kunstsammlungen Kassel. Eine Auswahl. Melsungen 1990, Kat.Nr. 161, S. 228.


Letzte Aktualisierung: 16.08.2019


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