Siana-Schale mit Krieger; Gorgonen und Delphinen



Siana-Schale mit Krieger; Gorgonen und Delphinen


Inventar Nr.: T 663
Bezeichnung: Siana-Schale mit Krieger; Gorgonen und Delphinen
Künstler / Hersteller: Red-Black-Maler
C-Maler (6. Jh. v. Chr.)
Datierung:
um 560 v. Chr.
Objektgruppe: Gefäß
Geogr. Bezüge: Griechenland, Athen
Material / Technik: Hellbrauner Ton mit Überzug; schwarzer Glanztonüberzug; dunkelrote Deckfarbe; Ritzung
Maße: Fußdurchmesser 7,7 cm (Durchmesser)
Durchmesser mit Henkel 28,5 cm (Durchmesser)
10,3 cm (Höhe)


Katalogtext:
Die bauchige Trinkschale mit abgesetzter, flacher Lippe und leicht emporgerichteten Horizontalhenkeln steht auf einem trompetenförmigen hohlen Fuß. Außen sind Lippe und Henkelzone, innen der Schalenboden tongrundig ausgespart und figürlich dekoriert; ansonsten ist das Gefäß bis auf zwei tongrundige Reifen und die Unterseite von Henkeln und Fuß monochrom schwarz. Außen über beide Bildzonen reichend läuft in der Mitte auf (A) und (B) eine geflügelte Gorgo nach rechts; sie trägt den kurzen Chiton, darüber ein Tierfell - nur auf (A) - und Flügelschuhe; aus dem Haar des frontal ansichtigen Oberkörpers züngeln zwei Schlangen; der Unterkörper erscheint, wie beim Knielaufschema üblich, im Profil; von der Gesichtszeichnung ist nur die ausgestreckte Zunge erhalten; von den Henkeln entsprießt je eine Palmettenranke, darüber auf der Lippe springt je ein Delphin zur Bildmitte. Das Innenbild schmückt ein kauernder Krieger nach rechts, in kurzem Chiton und gerüstet mit Helm, Lanze, Schild und Beinschienen. Ein breites Lotos-Palmetten-Band zwischen schmalen Punktbändern umgibt den sich duckenden Hopliten, welcher in seiner Haltung nicht axial auf die Henkel ausgerichtet ist. Deckrot ist für Teile der figürlichen und pflanzlichen Dekoration verwendet.

Die Delphine deuten darauf hin, daß die zwei Gorgonen Perseus über das Meer verfolgen, nachdem er ihre Schwester Medusa enthauptet hatte. Das Gefäß gehört einem im zweiten Drittel des 6. Jhs. v. Chr. geläufigen attischen Schalentypus an, der nach dem frühesten Fundort Siana auf Rhodos benannt ist.

(Yfantidis 1990)


Literatur:
  • Yfantidis, Konstantinos: Antike Gefäße. Staatliche Kunstsammlungen Kassel. Eine Auswahl. Melsungen 1990, Kat.Nr. 81, S. 144-145.


Letzte Aktualisierung: 13.11.2019


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