Herakles/Hercules



Herakles/Hercules


Inventar Nr.: Br 637
Bezeichnung: Herakles/Hercules
Künstler / Hersteller: unbekannt
Datierung: 4. Jh. v. Chr.
Objektgruppe: Statuette
Geogr. Bezüge: Etrurien
Material / Technik: Bronze
Maße: 11 cm (Höhe)


Katalogtext:
Vollguß. Schwarze Patina.
In ruhiger Haltung steht der jugendliche Herakles auf dem rechten Bein; rechte Hüfte nach außen gewölbt, linkes Bein im Knie gebeugt, etwas seitwärts und vorgesetzt. Oberkörper leicht zurückgelehnt; linker Oberarm zurückgenommen, über waagrecht vorgestrecktem Unterarm liegt das Löwenfeil, in der geschlossenen Linken ist der Bogen zu ergänzen. Rechter Arm zur Seite gedreht, Hand hält aufrecht die Keule. Kleiner Kopf, nach rechts geneigt; kurzes Haar, in eingepunzten kurzen Strichen angegeben. Standmotiv, Bildung der Rumpfmuskulatur und die Modellierung lehnen sich an griechische Werke des 4. Jh. v. Chr. an.
Das Bild des Herakles, der in der erhobenen Rechten die Keule schwingt, ist, wie Darstellungen des Herakles überhaupt, in Etrurien in der Spätklassik und vor allem im Hellenismus unter Bronzestatuetten sehr beliebt (vgl. auch 0. W. von Vacano, Italische Antiken, Tübingen 1971, zu Nr. 160). Der Gegner des Heiden wird niemals dargestellt. Das Kampfschema hat sich seit spätarchaischer Zeit kaum geändert; es ist von griechischen Darstellungen, die Herakles im Kampf gegen den dreileibigen Geryoneus, gegen die Amazonen u. a. schildern, übernommen. Die Haltung der etruskischen Statuetten wirkt oft wenig kämpferisch und insofern nicht überzeugend. Da solche Figuren in großer Anzahl hergestellt wurden, erlahmte die künstlerische Gestaltung des Motivs; doch war den Bildnern offensichtlich auch mehr an der heroischen Pose als an der Darstellung des kämpfenden Helden selbst gelegen.
(Höckmann 1973)



Literatur:
  • Bieber, Margarete: Die antiken Skulpturen und Bronzen des Königlichen Museum Fridericianum in Cassel. Marburg 1915, Kat.Nr. 176.
  • Höckmann, Ursula: Antike Bronzen. Staatliche Kunstsammlungen Kassel. Eine Auswahl. Kassel 1973, S. 27-28, Kat.Nr. 48.


Letzte Aktualisierung: 12.08.2020


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