Herakles/Hercules/Hercle



Herakles/Hercules/Hercle


Inventar Nr.: Br 90
Bezeichnung: Herakles/Hercules/Hercle
Künstler / Hersteller: unbekannt
Datierung: 3. Jh. v. Chr.
Objektgruppe: Statuette
Geogr. Bezüge: Etrurien
Material / Technik: Bronze
Maße: 13 cm (Höhe)


Katalogtext:
Vollguß. Hell- und dunkelgrüne Patina mit braunen Flecken; Füße und Standplatte ergänzt. Der Held, von schlankem. Wuchs, holt aus dem Stand mit der Keule in der erhobenen Rechten zum Schlag aus. Rechtes Standbein, linkes Bein gebeugt und zur Seite gesetzt; Kopf und Körper wenig zu seiner Linken gewendet. Linker Arm waagrecht vorgestreckt, darüber hängt das Ende des vom Kopf über die Schultern rückwärts herabfallenden Löwenfeiles. Die linke durchbohrte Hand hielt den Bogen. Die Vordertatzen des Felles auf der Brust verknotet, die plastisch modellierte Löwenmaske bedeckt den Kopf. Ovaler Kopf, große Nase, tiefliegende Augen mit plastisch abgesetzten Lidrändern und Brauenbögen; senkrechte Falte über der Nasenwurzel.
3. Jh. v. Chr.
Das Bild des Herakles, der in der erhobenen Rechten die Keule schwingt, ist, wie Darstellungen des Herakles überhaupt, in Etrurien in der Spätklassik und vor allem im Hellenismus unter Bronzestatuetten sehr beliebt (vgl. auch O. W. von Vacano, Italische Antiken, Tübingen 1971, zu Nr. 160). Der Gegner des Heiden wird niemals dargestellt. Das Kampfschema hat sich seit spätarchaischer Zeit kaum geändert; es ist von griechischen Darstellungen, die Herakles im Kampf gegen den dreileibigen Geryoneus, gegen die Amazonen u. a. schildern, übernommen. Die Haltung der etruskischen Statuetten wirkt oft wenig kämpferisch und insofern nicht überzeugend. Da solche Figuren in großer Anzahl hergestellt wurden, erlahmte die künstlerische Gestaltung des Motivs; doch war den Bildnern offensichtlich auch mehr an der heroischen Pose als an der Darstellung des kämpfenden Helden selbst gelegen.
(Höckmann 1973)



Literatur:
  • Bieber, Margarete: Die antiken Skulpturen und Bronzen des Königlichen Museum Fridericianum in Cassel. Marburg 1915, Kat.Nr. 178.
  • Höckmann, Ursula: Antike Bronzen. Staatliche Kunstsammlungen Kassel. Eine Auswahl. Kassel 1973, S. 28, Kat.Nr. 49.


Letzte Aktualisierung: 14.08.2019


Wissenschaftliche Kommentare:

Hier können Sie uns Anmerkungen und Kommentare zu unseren Objekten hinterlassen, die nach Sichtung durch unsere Mitarbeiter allen Lesern angezeigt werden. Bitte beachten Sie, dass die Kommentare nach Freischaltung vollständig öffentlich einsehbar sind und auch von Suchmaschinen durchsucht und verarbeitet werden können - geben Sie daher bitte keine persönlichen Daten an. Möchten Sie uns direkt kontaktieren, wenden Sie sich bitte per E-Mail an info@museum-kassel.de

Bisher wurden keine Kommentare geschrieben.

Einen neuen Kommentar hinzufügen.




© Museumslandschaft Hessen Kassel 2022
Datenschutzhinweis | Impressum