Herakles/Hercules/Hercle



Herakles/Hercules/Hercle


Inventar Nr.: Br 18
Bezeichnung: Herakles/Hercules/Hercle
Künstler / Hersteller: unbekannt
Datierung: 4. Jh. v. Chr.
Objektgruppe: Statuette
Geogr. Bezüge: Etrurien
Material / Technik: Bronze
Maße: 12 cm (Höhe)


Katalogtext:
Vollguß. Dunkelgrüne bis schwarze Patina.
Stämmiger, athletisch durchgebildeter Körper; das Gewicht ruht auf dem rechten Bein, das linke im Knie gebeugte Bein ist zurückgesetzt, die Ferse angehoben. Den Oberkörper etwas zurücklehnend und nach rechts drehend, holt der Held mit erhobenem rechten Arm zum Schlag mit der Keule aus; sie steckte etwa waagrecht und schräg nach hinten in der durchbohrten rechten Hand. Der Blick ist nach vorne gerichtet. Dem Schwung des rechten Armes folgt der linke schräg vorgestreckte Arm, über dem das Löwenfell hängt und in dessen Hand der Bogen zu ergänzen ist. Kleiner runder Kopf, kindliches Gesicht; Oberlider von Brauenbogen plastisch abgesetzt, Pupille eingetieft. Kurzes Haar, vom Wirbel in sichelförmigen eingeritzten Strähnen ausgehend.
Das Bild des Herakles, der in der erhobenen Rechten die Keule schwingt, ist, wie Darstellungen des Herakles überhaupt, in Etrurien in der Spätklassik und vor allem im Hellenismus unter Bronzestatuetten sehr beliebt (vgl. auch 0. W. von Vacano, Italische Antiken, Tübingen 1971, zu Nr. 160). Der Gegner des Heiden wird niemals dargestellt. Das Kampfschema hat sich seit spätarchaischer Zeit kaum geändert; es ist von griechischen Darstellungen, die Herakles im Kampf gegen den dreileibigen Geryoneus, gegen die Amazonen u. a. schildern, übernommen. Die Haltung der etruskischen Statuetten wirkt oft wenig kämpferisch und insofern nicht überzeugend. Da solche Figuren in großer Anzahl hergestellt wurden, erlahmte die künstlerische Gestaltung des Motivs; doch war den Bildnern offensichtlich auch mehr an der heroischen Pose als an der Darstellung des kämpfenden Helden selbst gelegen.
(Höckmann 1973)



Literatur:
  • Bieber, Margarete: Die antiken Skulpturen und Bronzen des Königlichen Museum Fridericianum in Cassel. Marburg 1915, Kat.Nr. 176.
  • Höckmann, Ursula: Antike Bronzen. Staatliche Kunstsammlungen Kassel. Eine Auswahl. Kassel 1973, S. 27, Kat.Nr. 47.


Letzte Aktualisierung: 11.08.2020


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