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Obelisk als Ehrenmal für König Friedrich V. von Dänemark



Obelisk als Ehrenmal für König Friedrich V. von Dänemark


Inventar Nr.: KP B VI/II.252
Bezeichnung: Obelisk als Ehrenmal für König Friedrich V. von Dänemark
Künstler / Hersteller: Wilhelm I. Kurfürst von Hessen-Kassel (1743 - 1821)
Datierung: 1766
Objektgruppe: Modell / Miniaturgegenstand
Geogr. Bezug: Kopenhagen oder Hanau
Material / Technik: Elfenbein, gesägt, gedrechselt und poliert, Steingliederung angerissen, Holz
Maße: Sockel 18,8 cm (Durchmesser)
27,8 cm (Höhe)
Sockel 18,7 cm (Durchmesser)
899,7 g (Gewicht)
Beschriftungen: FRIDERICUS V.D G . REX . DAN. NORV: VAND: GOTH: NAT.1723 . DENAT.1766
PRVDENTIA + ET CONSTANTIA


Katalogtext:
Auf einem flachen Stufenpodest erhebt sich über einem hohen, von Urnen umringten Sockel ein dreiseitiger Obelisk. An seiner Vorderseite ist ein Porträtmedaillon König Friedrichs V. von Dänemark und Norwegen (1723-1766) zu sehen, wie die Umschrift mit seinen Titeln und Lebensdaten besagt. Auf dem runden Postament sind figürlichen Reliefs zu sehen. Sie zeigen zwei bekrönte Sarkophage und zwei trauernde Putten, die die Wappen Dänemarks und Norwegens präsentieren. Eine umlaufende Inschrift an der Oberkante gibt die Devise Königs Friedrichs V., „PRVDENTIA ET CONSTANTIA“, wieder.

Das Miniaturdenkmal gilt als Werk des späteren hessischen Kurfürsten Wilhelm I. (1743-1821) und stammt aus seiner Zeit als Erbprinz und Graf in Hanau (reg. seit 1664-1685). Wie aus einer „Nota“ in einem Kasseler Inventarbuch des 18. Jahrhunderts hervorgeht, schuf er dieses und drei weitere Elfenbeindrechselkunstwerke mit eigener Hand.

Mit dem Denkmal ehrte Wilhelm, der seit 1764 mit Wilhelmine Caroline von Dänemark (1747-1820) verheiratet war, seinen im Januar 1766 verstorbenen Schwiegervater. An dessen Hof waren Wilhelm und seine jüngeren Brüdern Carl und Friedrich während des Siebenjährigen Krieges seit 1756 erzogen worden. Unter Anleitung des dortigen Hofdrechslers Lorenz Spengler (1720-1807) erlernten die Prinzen das Drechseln und hinterließen mindestens sechzehn, teilweise noch erhaltene Werke, die als Geburtstagsgeschenke an den König und die Königinwitwe gingen. Auch nach seinem Regierungsantritt in Hanau setzte Wilhelm das Drechseln fort, übersandte eigenhändige Arbeiten nach Dänemark und schuf technisch anspruchsvolle Kunstwerke wie das Miniaturdenkmal. Dass er diese Leidenschaft nie verlor, zeigt sein Nachlass, in dem sich sieben Drehbänke befanden.
(Antje Scherner, 2019)



Literatur:
  • Scherner, Antje [Bearb.]; Cossalter-Dallmann Stefanie [Bearb.]: Aus der Schatzkammer der Geschichte. Vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert. Petersberg 2016, S. 170.
  • Hein, Jørgen: Ivories and Narwahal Tusks at Rosenborg Castle. Catalogue of Carved and Turned Ivories and Narwahal Tusks in the Royal Danish Collection 1600-1875. Kopenhagen 2018, S. Bd. 2, 260.
  • Making Marvels. Science and Splendor at the Courts of Europe. New York 2019, S. 148, Kat.Nr. 62.


Letzte Aktualisierung: 05.07.2022


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