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Porträtmedaillon König Wilhelms III. von England



Porträtmedaillon König Wilhelms III. von England


Inventar Nr.: KP B VI/II.76
Bezeichnung: Porträtmedaillon König Wilhelms III. von England
Künstler / Hersteller: Jean Cavalier (1650 - 1699)
Dargestellt: Wilhelm III. König von England (1650 - 1702), Dargestellt
Datierung: 1690
Objektgruppe: Skulptur / Plastik, Relief
Geogr. Bezug: Großbritannien, London
Material / Technik: Elfenbein, gedrechselt, geschnitzt, geschabt und poliert.
Maße: 76 mm (Höhe)
77 mm (Breite)
Medaillondicke am Rand 5 mm (Dicke)
Maximale Medaillondicke 7,8 mm (Dicke)
Versalienhöhe Buchstabe I 3,1 mm (Höhe)
43,2 g (Gewicht)
Beschriftungen: Signatur: I C
GVLIELMVS . III . D.G . MAG . BRITAN . FRAN . & HIB . REX .


Katalogtext:
Das Medaillon mit der Darstellung des englischen Königs William III./Wilhelm III. (reg. 1689-1702) dürfte im Jahr 1690 entstanden sein. Constantijn Huygens d.J., der königliche Privatsekretär, vermerkte am 17. März 1690 in seinem Tagebuch: "Der König ging in das Kabinett der Königin, um von [Sir Godfrey] Kneller porträtiert zu werden und von .... [Namenseintrag fehlt] in Elfenbein geschnitten, beides gleichzeitig. Letzterer hat von ihm Porträts in der Manier des Herzogs von Celle, der Tochter von Prinz Robert und von Mylord North mit seiner Frau in einem Stück gemacht, die sehr schön waren". Cavalier, den Huygens an anderer Stelle seines Tagebuchs auch namentlich erwähnt, erhielt demnach direkten Zugang zum König, um Studien für eines oder mehrere Medaillons zu fertigen. Offenbar hatte er bei Hofe andere Porträtmedaillons als Arbeitsproben vorgelegt.
Heute sind neben dem Kasseler Medaillon noch drei weitere Porträts bekannt, die auf die königliche Porträtsitzung zurückgehen dürften (London, Victoria and Albert Museum (Inv. Nr. A.18-1938), Berlin, Skulpturensammlung (Inv. Nr. 719), Galerie Lowet de Wotrenge, Antwerpen). Es bleibt unklar, welches der Medaillon für den König bestimmt war. Mehrere Indizien sprechen dafür, dass das Kasseler Porträt eher für den Sammlermarkt bestimmt war. Zum einen bleibt es in der Detailbehandlung, etwa der eher schematischen Ausarbeitung der Quarréperücke, hinter den Medaillons in Berlin und London zurück. Auch das Kleinod des Hosenbandorden, im Berliner Exemplar eine winzige Darstellung des Heiligen Georgs im Kampf mit dem Drachen, ist hier vereinfacht als perlenumrahmter Schmuckstein dargestellt. Nicht zuletzt bleibt das Medaillon mit nur 77 mm Größe deutlich hinter den Medaillons in London (90 mm) und Berlin (96,5 mm) zurück - lediglich das Medaillon im Kunsthandel ist kleiner. Größer ist auch das Medaillon Königin Marias II. von England, der Gemahlin Wilhelms III. (KP B VI/II.6, 99,8 mm ). Vermutlich handelt es sich nicht um Gegenstücke, sondern um Werke, die für unterschiedliche Adressaten entstanden sind.
19.11.2020 Antje Scherner



Literatur:
  • Huygens, Constantijn jr.: Journaal van 21 October 1688 tot 2 September 1696. Eerste deel. Utrecht 1876, S. 244, 246 f.
  • Julius, Arvid: Jean Cavalier och några andra elfenbenssnidare. Studier i elfenbensplastik i Sverige. Uppsala 1926, S. 140, Kat.Nr. 33.
  • Theuerkauff, Christian: Die Bildwerke in Elfenbein des 16.-19. Jahrhunderts. Berlin 1986, S. 49-52, Kat.Nr. 5.
  • Trusted, Marjorie: Baroque & later Ivories. Victoria and Albert Museum. London 2013, S. 235, Kat.Nr. 216.

Siehe auch:


  1. KP B VI/II.6: Porträtmedaillon der Königin Maria II. von England (1662-1694)
  2. KP B VI/II.74: Porträtmedaillon des William Cavendish, 4. Earl of Devonshire


Letzte Aktualisierung: 05.07.2022


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