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Tyrrhenische Amphora mit Herakles und Nessos



Tyrrhenische Amphora mit Herakles und Nessos


Inventar Nr.: T 385
Bezeichnung: Tyrrhenische Amphora mit Herakles und Nessos
Künstler / Hersteller: Castellani-Maler
Datierung:
um 560 v. Chr.
Objektgruppe: Gefäß
Geogr. Bezüge: Griechenland, Athen
Material / Technik: Orangeroter Ton mit Überzug; schwarzbraune Bemalung; weiße und dunkelrote Deckfarbe; Ritzung, Castellani-Maler
Maße: Mündungsdurchmesser 15,3 cm (Durchmesser)
Größter Durchmesser 26 cm (Durchmesser)
Fußdurchmesser 13 cm (Durchmesser)
40,7 cm (Höhe)


Katalogtext:
Das Vorratsgefäß mit eiförmigem Körper steht auf gewölbtem Fuß, ein feiner plastischer Grat setzt den gekehlten Hals vom Körper ab, eine echinusförmige Lippe korrespondiert zur Wölbung und Bemalung des Fußes. Zwei monochrome Henkel setzen am Hals an und ruhen auf der Gefäßschulter. Der helle Gefäßgrund ist im Wechsel von figürlichen und ornamentalen Zonen sowie den umlaufenden und seitenbezogenen Bildern reich bemalt. Das Hauptfeld auf der Schulter zwischen den Henkeln Seite (A) schildert die Befreiung der Deianeira aus der Gewalt des Kentauren Nessos durch Herakles. Der übergroße, Löwenfell bekleidete Held hält den enteilenden Kentauren am Arm gepackt zurück und zückt das mächtige Schwert gegen den pferdmenschengestaltigen Räuber, um seine Frau vor der Entführung zu bewahren. Sie sitzt dem Befreier zugewandt auf dem Arm des Kentauren und hebt gestikulierend beide Arme. Zur Mittelgruppe hin stehen seitlich ein bis zwei Frauen (Begleiterinnen der Deianeira?) und Felsbrocken schwingende Kentauren. Das Hauptfeld Seite (B) nimmt ein nach rechts bewegter, festlicher Umzug (Komos) von vier bärtigen, nackten und einem unbärtigen Tänzer in kurzem Chiton ein, die in exaltierten Bewegungen grotesker Figuren vorbeiziehen. Über beiden Bildern läuft ein Zungenmuster um. Der Gefäßhals ist beidseitig zwischen den Henkeln mit einem Lotos-Palmetten-Geschlinge verziert; dieses Ornament wird in den Frieszonen unterhalb der Schulterbilder wiederholt. Darunter folgen zwei konventionelle Tierfriese mit Hirsch bzw. Eber zwischen Panthern auf Seite (A), die übrigen Seiten - darunter ein Widder - sind weniger symmetrisch ausgerichtet. Die Zone über dem Fuß schmückt ein Strahlenkranz. Figuren und Ornamente wurden durch Ritzung und Deckfarben detailliert und farblich ausgestaltet.

Das Gefäß gehört einer Gattung an, die sich durch die spezifische Form und Dekoration auszeichnet und nach ihrem wichtigsten Fundort als "tyrrhenisch" (= etruskisch) bezeichnet wird. Die vorwiegend aus Amphoren bestehende Gattung wurde etwa von 575 bis 550 v. Chr. in Athen als Exportware hergestellt.

(Yfantidis 1990)


Literatur:
  • Yfantidis, Konstantinos: Antike Gefäße. Staatliche Kunstsammlungen Kassel. Eine Auswahl. Melsungen 1990, Kat.Nr. 69, S. 121-123.


Letzte Aktualisierung: 11.09.2019


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