Geburt Christi



Geburt Christi


Inventar Nr.: P 1974/3
Bezeichnung: Geburt Christi
Künstler / Hersteller: Agostino Cornacchini (1686 - nach 1754)
Datierung: 1714 - 1716
Objektgruppe: Skulptur / Plastik, Vollplastik
Geogr. Bezug: Rom
Material / Technik: Terrakotta, Holz
Maße: 60 x 50 x 35,5 cm (Objektmaß)


Katalogtext:
Der Bozzetto (ital. abbozzare: skizzieren, entwerfen) mit einer Darstellung der Geburt Christi diente vermutliche als erste Ideenskizze für eine Marmorgruppe gleichen Themas, die heute im Vorraum der Biblioteca Fabroniana in Pistoia ausgestellt ist. Agostino Cornacchini, ein in Pescia nahe Pistoia geborener Bildhauer, schuf beide Werke für seinen Landsmann und Protektor Kardinal Carlo Agostino Fabroni (1651-1727) in Rom. Die Marmorfassung der "Geburt Christi" sowie eine Skulpturengruppe der "Kreuzabnahme" zierten zunächst dessen römischen Palast, ehe sie mit seiner Bibliothek als Vermächtnis seine Heimatstadt Pistoia zurück gelangten.
Bereits mit elf Jahren wurde Cornacchini in der Werkstatt des Florentiner Bildhauers Giovanni Battista Foggini (1652-1725) ausgebildet. 1712 ging er nach Rom, wo er von seinem Freund und Biographen Francesco Gaburri bei dessen Onkel Kardinal Fabroni eingeführt wurde. Fabroni gewährte Cornacchini Kost und Logis in seinem Palast und stellte ihm eine Werkstatt zur Verfügung. Die Marmorgruppe - und entsprechend auch die Terrakotta - zählen zu den frühesten römischen Arbeiten Cornacchinis und dürften um 1714/1716 entstanden sein.
Neben dem Kasseler Terrakottamodell existiert eine weitere Vorstudie für die "Geburt Christi" im Victoria and Albert Museum, London (Museum number A.17-1960). Im Kasseler Bozzetto studierte Cornacchini die Gesamtkomposition, während er im Londoner Modell die Hauptfiguren Maria, Josef und Jesuskind weiterentwickelte. Vermutlich entstand dieses Modell daher erst nach dem Kasseler Bozzetto.
Beide Terrakotten galten zunächst nicht als Werke Cornacchinis. Das Londoner Modell wurde zeitweise Pierre Etienne Monnot zugeschrieben, der Kasseler Bozzetto Fidelis Sporer. Erich Herzog erkannte den Zusammenhang der Kasseler Terrakotta und der Marmorgruppe in Pistoia und schrieb das Werk Cornacchini zu.
(24.5.2018, Antje Scherner)


Literatur:
  • The Twilight of the Medici. Late Baroque Art in Florence, 1670-1743. Detroit 1974, Kat.Nr. 4, S. 42.
  • Schmidberger, Ekkehard; Richter, Thomas; Eissenhauer, Michael [Hrsg.]: SchatzKunst 800-1800. Kunsthandwerk und Plastik der Staatlichen Museen Kassel im Hessischen Landesmuseum. Wolfratshausen 2001, Kat.Nr. 123, S. 280.


Letzte Aktualisierung: 30.07.2018


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