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Schrank der Anna Elisabetha Sliemroth, zweitürig



Schrank der Anna Elisabetha Sliemroth, zweitürig


Inventar Nr.: 6 G 28
Bezeichnung: Schrank der Anna Elisabetha Sliemroth, zweitürig
Künstler / Hersteller: Jacob Wenck
Datierung: 1767
Objektgruppe: G Schränke, Buffets (06 Möbel)
Geogr. Bezug: Osthessen [Region] (Europa->Deutschland->Hessen)
Material / Technik: Holz: Nadelholz, gefasst; Metall: Eisen
Maße: 198 x 228 x 67 cm (Objektmaß)


Katalogtext:
Kleiderschrank auf fünf abgeflachten Kugelfüßen; im Kranzgesims religiöser Spruch, Datierung (Jahr der Fertigung oder der Hochzeit) sowie die Namen der Besitzerin und des Herstellers in weißer Schrift; Fassung: marmoriertes Braun als Grundfarbe, Imitation von furnierten/intarsierten Rahmungen/Füllungen, auf dem mittleren Pilaster unten Darstellung eines Mannes und einer Frau, ferner weitere Motive; plastischer Dekor: drei Pilaster auf der Frontseite, Lisenen, Bossen, profilierte Leisten.
Gemalte Imitation von Marketeriedekor, Bandwerk, Blumendekor und Sterne, in den beiden schmalen Querfeldern des Sockels je zwei Vögel und zwei Blumen; im Kranzgesims in weißer Schrift: „In allen wercken deiner Hände, sey gott der anfa[n]g u. das ende. Laß dein gebath in allen Sachen, den anfang und das ende machen. / Anna Elisabetha Sliemrothin. 1767. Gehöret dieser schranck. Jacob Wenck hat mich gemacht.“
Auf den Rahmenbrettern aufgedoppelte Pilaster, die mit heller Blütenranke auf hellgrünem Feld bemalt sind; die Anschlagleiste ist ebenso geformt und bemalt. Auf den Füllungen der Türen aufgedoppelt jeweils in den vier Ecken dreieckige kleine Bossen (zinnoberrot, grün, weiße Streifen); sie umgrenzen ein oben und unten spitz zulaufendes, längliches, sechseckiges Feld mit verkröpften Längsseiten; das Feld ist von einer schmaleren, profilierten, dunkelgrünen Leiste umgrenzt; Feldfläche in marmorierendem Braun; zur Mitte hin ein weiteres sechseckiges, oben und unten spitz zulaufendes Feld, umgrenzt von einer dunkelgrünen profilierten Leiste. Innenfeld hellbraun marmoriert, darauf dunkelgrüne Blütenranke mir vier hellroten Blüten.
Auf den Rahmen umlaufendes Maßwerk (zinnoberrot, dunkelgrün, weiße Streifen). Spruch in Weiß auf schräg gestelltes Brett gemalt; darunter Name der Eigentümerin, Jahresangabe und Herstellername. Auf dem Sockelkasten rechts und links zwei längliche rechteckige Felder, gebildet durch aufgedoppelte profilierte Leisten; in den Feldern je zwei hellrote Blüten, grüne Blätter und zwei braune Vögel auf hellbraunem Grund.
Auf den Rahmenbrettern der Seitenwände in den vier Ecken dreieckige dunkelbraune Bretter, sie umrahmen die Spitzen eines länglich-sechseckigen Feldes mit verkröpften Längsseiten, das durch aufgesetzte profilierte, dunkelgrüne Leisten gebildet wird. Das Feld ist mit sieben hellroten Blüten und einem achtzackigen Stern in Hellrot und Ocker bemalt.

Konstruktion: Korpus, Sockel- und Kranzkasten innen an der Mitte der Rückwand oben und unten miteinander durch verkeilte Riegel verbunden; auf den Rahmenbrettern des Korpus mit Holznägeln die Längsbretter der Seitenwände; Längsbretter auch auf den beiden äußeren Brettern der Rückwand; Rückwandbretter untereinander durch Falz und Nut verbunden, demnach untereinander etwas versetzt.
Rahmen der Seitenwände bestehend aus je zwei Längs- und zwei Querbrettern, letztere sind mit angeschnittenen Zapfen in den Längsbrettern befestigt; in den Rahmen wurde von hinten ein an den Rändern gefälztes Brett geschoben; auf dem Brett ist die Auszier aufgedoppelt.
Die Türen sind konstruiert wie die Seitenwände, die linke Tür besitzt ein Anschlagbrett, spitze Kissen zieren beide Türen,
Die tragenden Teile des Kranzkastens bestehen aus miteinander verzinkten Brettern; die Decke ist mit Holznägeln befestigt; darauf befinden sich an den Seiten und der Front jeweils zwei weiter auskragende Bretter; in den rechten Winkel ist ein gewölbt profiliertes Brett schräg hineingestellt, darunter befindet sich eine schmale Leiste und ein horizontal verlaufendes, gewölbtes Furnierbrett, wieder darunter eine breitere, profilierte (gekehlte, gewölbte, getreppte) Leiste. Der Sockelkasten ist ebenso gebaut, aber ohne schräg gestellte Brett, unterhalb des Bodens befindet sich nur ein auskragendes Brett.
Offenes Eisenschloss an der rechten Tür innen; an der linken Tür innen befinden sich oben und unten Eisenriegel; Schlüsselbleche (linkes blind) und Zapfenbänder aus Eisen.
(Lothar Voigt, 1991; Überarbeitung: Bettina von Andrian, 2018)


Literatur:
  • Voigt, Lothar: Ländliche Schränke aus Osthessen und Westthüringen. Mit Anhang: "Zur Lage des ländlichen Schreinerhandwerks in Kurhessen im 18. und 19. Jahrhundert". Kassel 1992, Kat.Nr. 4, S. 13, 24f., 51.


Letzte Aktualisierung: 13.12.2018


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