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Schiffskompaß



Schiffskompaß


Inventar Nr.: APK F 412
Bezeichnung: Schiffskompaß
Künstler / Hersteller: unbekannt
Datierung: vor 1765
Objektgruppe: Magnet
Geogr. Bezug:
Material / Technik: Holz, Papier, Kitt, Eisen
Maße: 18,5 cm (Durchmesser)
9 cm (Höhe)


Katalogtext:
Das Phänomen des Magnetismus war bereits in der Antike bekannt, Aristoteles (384–322 v. Chr.) schrieb bereits Thales von Milet (lebte im 7. und 6. Jh. v. Chr.) die Kenntnis davon zu. Auch in Indien und China wurden zu dieser Zeit bereits Versuche mit Magneten unternommen. Unser Begriff Magnet entwickelte sich aus „lithos magnes“ („Stein aus Magnisia“), einer Landschaft in Griechenland, in der viele magnetische Eisensteine gefunden wurden. Das waren stark eisenerzhaltige und magnetisierte Steine. Im 11. nachchristlichen Jahrhundert beschrieben chinesische Autoren das Phänomen, dass eine magnetische Nadel sich selbsttätig ausrichtet. Die ersten bekannten chinesischen Kompasse stammen aus dem 12. Jahrhundert. In Europa schienen sie unabhängig davon nicht lange danach erfunden worden zu sein. Diese waren magnetisierte Nadeln, die auf Wasser schwammen, der trockene Kompass, bei dem die Nadel mittig auf einer Achse aufgehängt ist, wurde erst um 1300 in Italien entwickelt. Häufig wurde die Anziehungskraft von Magneten mit der elektrisierter Objekte wie Bernstein (griechisch Elektron) verglichen. Dabei fiel auf, dass Magnete nur Objekte aus Eisen anzogen, elektrisierter Bernstein stattdessen etwa Staub- oder Papierpartikel.

Schiffskompasse, wie beispielsweise der hier gezeigte, konnten nur dann sicher genutzt werden, wenn die Navigatoren eine Vorstellung von der Größe der Deklination (Abweichung des magnetischen Feldes vor Ort vom geographischen (Nord-)Pol) hatten.

(B. Schirmeier, 2018)


Literatur:
  • Bungarten, Gisela (Hrsg.): Groß gedacht! Groß gemacht? Landgraf Carl in Hessen und Europa. Ausstellungskatalog. Kassel, Museumslandschaft Hessen Kassel. Petersberg 2018, Kat.Nr. X.188, S. 558-560.


Letzte Aktualisierung: 01.08.2018


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