Künstlicher Magnet (Magnetisches Magazin)



Künstlicher Magnet (Magnetisches Magazin)


Inventar Nr.: APK F 394 (K 24)
Bezeichnung: Künstlicher Magnet (Magnetisches Magazin)
Künstler / Hersteller: Le Febure
Datierung: 1710
Objektgruppe: Magnet
Geogr. Bezug: Paris
Material / Technik:
Maße: Stahllamellen je 455 mm (Länge)


Katalogtext:
Die Herstellung künstlicher, vom Menschen gemachter, Magnete fand großes Interesse und war vor allem für den Bau von Kompassen sehr wichtig. Die Erforschung der geheimnisvollen Kraft des Magneten war im 18. Jahrhundert im vollen Gange, aber erst im 19. Jahrhundert begann man den Zusammenhang zwischen Magnetismus und Elektrizität zu verstehen, was zur vereinheitlichten Theorie des Elektromagnetismus führte.

Neben natürlichen gab es auch künstliche Magneten in der Sammlung Landgraf Carls von Hessen-Kassel (1654-1730). Hier sticht besonders dieser von einem Instrumentenbauer namens Le Febure hervor, der sich noch immer in der Sammlung des Astronomisch-Physikalischen Kabinetts befindet. Es handelt sich dabei um 40 Stahllamellen, die übereinander angeordnet und mit einem Geschirr versehen sind. Es ist nicht klar, wie diese Lamellen magnetisiert wurden, aber bereits um 1600 hat William Gilbert in seinem Werk „De Magnete“ eine Möglichkeit beschrieben. Dabei werden die rotglühenden Eisen- oder Stahlstücke in Nord-Süd-Ausrichtung auf einem Amboss ausgehämmert. Das Magnetfeld der Erde richtet die im glühenden Zustand sehr beweglichen Eisenatome aus und aus dem geschmiedeten Stück wird nach dem Erkalten ein schwacher Magnet. Das würde auch die hohe Anzahl der Stahllamellen erklären, die dazu dient, eine gewisse magnetische Anziehungskraft zu erreichen. Erworben wurde der Magnet 1726 von Nicolas Hartsoeker. Da dieser aber bereits 1725 verstorben war, dürfte es sich um die Veräußerung oder Versteigerung seines Besitzes gehandelt haben. Le Febure kann vielleicht mit Jean Le Fèvre identifiziert werden. Zumindest nennt Le Febure die gleiche Adresse in seiner Signatur wie Le Fèvre (Au 2 Globes a Paris). Le Fèvre ist aber 1706 verstorben, die Signatur auf dem künstlichen Magneten hat als Datierung 1710. Sollte Le Febure mit Le Fèvre gleichzusetzen sein, dann ist der Magnet vielleicht aus seinem Nachlass aus Restbeständen zusammengesetzt und verkauft worden.

(B. Schirmeier, 2018)


Literatur:
  • Bungarten, Gisela (Hrsg.): Groß gedacht! Groß gemacht? Landgraf Carl in Hessen und Europa. Ausstellungskatalog. Kassel, Museumslandschaft Hessen Kassel. Petersberg 2018, Kat.Nr. X.186, S. 557-560.


Letzte Aktualisierung: 01.08.2018


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