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Mazeppa I



Mazeppa I


Inventar Nr.: AZ 94
Bezeichnung: Mazeppa I
Künstler / Hersteller: Wilhelm Nahl (1803 - 1880)
Datierung: um 1833
Objektgruppe: Gemälde
Geogr. Bezug:
Material / Technik: Leinwand
Maße: 39,5 x 53,2 cm (Bildmaß)
Leihgeber: Stadt Kassel, Städtische Kunstsammlungen
Beschriftungen: verso auf dem Keilrahmen: No 63; 53.II
verso auf dem Keilrahmen Stempel: Städt. Kunstbesitz Kassel Inventar Nr. 94


Katalogtext:
Im Innenhof einer weiträumigen Schlossanlage wird der eben entkleidete Mazeppa rücklings auf ein weißes, sich aufbäumendes Pferd gebunden. Rechts im Hintergrund steht der Kosakenfürst, zu dessen Füßen eine Frau auf Knien um Gnade fleht. Die drei Szenen des Mazeppa-Zyklus (vgl. AZ 95 und AZ 96) gehen zurück auf das 1819 erschienene Epos "Mazeppa" des Lord Byron. Jan Iwan Stepanowitsch Mazeppa (1654-1709), Hetman der ukrainischen Kosaken, war als Page des polnischen Königs Kasimir der unerlaubten Annäherung an eine polnische Fürstin beschuldigt worden. Zur Strafe band man ihn nackt auf ein Pferd, das in die Wildnis getrieben wurde. Er war bereits dem Tode nahe als ihn ein Kosakenmädchen rettete.
Das Schicksal Mazeppas galt als Sinnbild für das Los des Künstlers, der der rohen Welt ausgeliefert ist und für seine Ideale leiden muss. Als bedeutendes Thema der Romantik wurde es vor allem von französischen Künstlern wiederholt dargestellt: von Théodore Géricault, Horace Vernet, Eugène Delacroix u. a.
Die drei Mazeppa-Szenen sind im Katalog der Nachlassauktion der Gemäldesammlung Wilhelm Nahls 1881 aufgeführt, sie wurden wohl zu diesem Zeitpunkt von Siegmund Aschrott erworben und nach seinem Tode der Stadt Kassel vermacht.



Literatur:
Katalog einer Sammlung von Original-Gemälden älterer und neuerer Meister aus der Hinterlassenschaft des in Cassel verstorbenen Herrn Johann Wilhelm Nahl (Auktionshaus Lepke, Berlin), Kassel 1881, S. 44, Nr. 150; Boetticher II/1, S. 124, Nr. 3; Ahnert II, Nr. 217; Kramm 1937, S. 147-148; H. Bock, Bildthemen der französischen Romantik, in: Ausst.-Kat. Eugène Delacroix, Kunsthalle Bremen, Bremen 1964, S. 255-257, S. 265-267, Kat.-Nr. 467-470; Kat. Bremen 1973, S. 342, Abb. 539; G. Panofsky-Soergel, Michelangelos Tityos und Mazeppa, in: Ars auro prior (Studien zum 60. Geburtstag von Jan Bialostocki), Warschau 1981, S. 625-630


Letzte Aktualisierung: 15.12.2020


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