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Hero und Leander (Brauer zugeschrieben)



Hero und Leander (Brauer zugeschrieben)


Inventar Nr.: 1875/1340 a
Bezeichnung: Hero und Leander (Brauer zugeschrieben)
Künstler / Hersteller: Theodor August Eduard Brauer (1798 - 1876), Zuschreibung
Datierung: um 1843
Objektgruppe: Gemälde
Geogr. Bezug: Sestos
Material / Technik: Papier auf Karton
Maße: 24,5 x 19,2 cm (Bildmaß)
Beschriftungen: verso: Ang.
verso Stempel: STAATLICHES KUPFERSTICHKABINETT KASSEL; Sammlung Alexander Fiorino


Katalogtext:
Hero, eine Priesterin der Aphrodite, findet an einem Meeresfelsen den Leichnam ihres Geliebten Leander. Sie stützt ihn mit der rechten Knie und ihrem rechten Arm und blickt mit erhobenem linken Arm voller Schrecken und Verzweiflung Hilfe suchend in die Ferne. Am rechten Bildrand ist über dem hohen Felsen der Turm mit der vom Sturm erloschenen Fackel zu erkennen. Darunter ist auf einem grün bewachsenen, niedrigen Felsvorsprung ein gerahmtes Relief mit der Darstellung von Venus und Amor angebracht, welches als beiläufige Anspielung in deutlichem Kontrast zu der dramatischen Szene steht.
Der Reiz der kleinen Komposition liegt in der Farbigkeit. Hero trägt ein gelbes Kleid mit rosaroter Schärpe. Der Schleier, den sie über den Kopf zieht, ist weiß, in den Schatten violett. Der Mantel des Leander ist dunkelrot, das Meer grün-blau und der Himmel, der die bewegte Szene hinterfängt, dunkelviolett mit gelblichen Aufhellungen. Der Ausdruck Heros hat etwas Starres, die Geste der Verzweiflung erinnert an Füsslis Aquarell einer "ungedeuteten Szene" (vgl. A. Federmann, Johann Heinrich Füssli. Dichter und Maler. 1741-1825, Zürich/Leipzig 1927, Tafel 56). Der Farbigkeit und der Malweise, ebenso dem Stil des klassizistischen Gewandes Heros' nach, könnte das Bild bald nach 1800 entstanden sein. Die Lebensdaten Eduard Brauers erlauben aber eine solch frühe Datierung nicht, zumal Grillparzers Tragödie "Des Meeres und der Liebe Wellen" (1840 uraufgeführt) als literarische Quelle angenommen werden muss. Bei einer Datierung nach 1840 fällt die dann eher altertümliche Auffassung des Themas auf. Zur Motivgeschichte vgl. Kat. München 1969, Textband S. 389-391 (zu Moritz von Schwinds Variante des Motivs).




Letzte Aktualisierung: 15.12.2020


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