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Präzisionspendeluhr (2-Sekunden-Pendel)



Präzisionspendeluhr (2-Sekunden-Pendel)


Inventar Nr.: APK G 194
Bezeichnung: Präzisionspendeluhr (2-Sekunden-Pendel)
Künstler / Hersteller: Johannes van Ceulen (ca 1630-1715)
Datierung: 1686
Objektgruppe: Pendeluhr
Geogr. Bezug: Den Haag
Material / Technik: Holz, Eisen, Messing, Glas, Weingeist
Maße: 465 x 108 x 31,5 cm Höhe Tür: 280 cm (Objektmaß)


Katalogtext:
Bereits Landgraf Wilhelm IV. von Hessen-Kassel wusste um die Notwendigkeit von guten Uhren für astronomische Beobachtungen. Auch sein Nachfahre Landgraf Carl bemühte sich, hochpräzise Uhren für seine Instrumentensammlung zu erwerben. Während einer politisch motivierten Reise in die Niederlande im Jahre 1686 nutzte er die Gelegenheit, mehrere renommierte niederländische Instrumentenbauer aufzusuchen. Bei seinem Besuch bei Christiaan Huygens, einem der damals anerkanntesten Naturphilosophen der Niederlande, erfuhr Carl von den hochwertigen Uhren, die van Ceulen herstellte und kaufte einige von ihm.

Beim Kauf der Standuhr orientierte sich Carl eventuell an der Königlichen Sternwarte in Greenwich bei London. Dort standen seit 1676 zwei Standuhren mit einem Zwei-Sekunden-Pendel, die von Thomas Tompion gebaut wurden. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts versuchte man, eine bessere Präzision durch Zwei-Sekunden-Pendel zu erzielen. Der entscheidende Nachteil an solchen Uhren ist aber, dass der kürzeste messbare Zeitraum zwei Sekunden beträgt. Zudem beträgt die Länge eines solchen Pendels 4 m, eine so hohe Standuhr lässt sich nur schwer unterbringen.

Ironischerweise ist nicht bekannt, ob die Van-Ceulen-Standuhr zu Carls Zeiten im Zwehrenturm stand. Die Uffenbachs berichten über ihre Reise 1709 von einer „[…] sehr großen Uhr, mit einem eingelegten Gehäus, woran ein grosses Thermometer war […]“. Allerdings sahen sie die Uhr im Uhrenzimmer des Kunsthauses. Das Thermometer deutet aber darauf hin, dass die Standuhr für astronomische Beobachtungen genutzt werden sollte. Mit seiner Hilfe kann die Temperatur kontrolliert werden, die Auswirkung auf das Pendel und damit auf die Genauigkeit der Uhr hat. Erst später ist die Uhr in den Zwehrenturm gelangt, denn es ist belegt, dass sie 1938 von dort in das Hessische Landesmuseum gebracht wurde. Wann sie aber in den Zwehrenturm verbracht wurde, bleibt unbekannt.

(B. Schirmeier, 2018)



Literatur:
  • Bungarten, Gisela (Hrsg.): Groß gedacht! Groß gemacht? Landgraf Carl in Hessen und Europa. Ausstellungskatalog. Kassel, Museumslandschaft Hessen Kassel. Petersberg 2018, S. 528, Kat.Nr. X.126.


Letzte Aktualisierung: 01.08.2018


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