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Brakteat, Gemeinschaftsmünze



Brakteat, Gemeinschaftsmünze


Inventar Nr.: KP MK 112/1
Bezeichnung: Brakteat, Gemeinschaftsmünze
Künstler / Hersteller: Heinrich I. "das Kind" (seit 1264) Landgraf von Hessen (1244-1308), Münzherr
Werner von Eppstein, Erzbischof von Mainz (1259-1284), Münzherr
Datierung: 1263-1280
Objektgruppe: Münze
Geogr. Bezug: Münzstätte Wetter
Material / Technik: Silber geprägt
Maße: 2,4 cm (Durchmesser)
0,6 mm (Höhe)
Nachweis/Zuordnung:


Katalogtext:
Die Gemeinschaftsmünze zeugt von der Einigung verfeindeter Herrscher: 1263 gestand der Erzbischof von Mainz (links) Sophie von Brabant und ihrem Sohn Heinrich (rechts) hessische Gebiete als Lehen zu. Dies ebnete den Weg für die Entstehung des eigenständigen Fürstentums Hessen im Jahr 1292.

Links ist der Erzbischof von Mainz, Werner von Eppstein, mit Mithra und Krümme zu sehen, rechts Heinrich I. Landgraf von Hessen mit Szepter. Der Brakteat entstand infolge der sog. Langsdorfer Verträge, die 1263 den seit 1248 andauernden Streit um die Herrschaftsnachfolge in Thüringen und Hessen beilegten. Sophie von Brabant und ihr Sohn Heinrich I. empfingen darin vom Mainzer Erzbischof hessische Besitzungen als Lehen. Dies ebnete den Weg zum Aufstieg des Landgrafen zu Reichsfürsten im Jahr 1292 und leitete die Herrschaftskonsolidierung der jungen Dynastie ein. Trotz der Einigung von Langsdorf blieben die Erzbischöfe von Mainz auf Dauer allerdings die Hauptgegner der hessischen Landgrafen.
Der Brakteat entstammt der Münzstätte Wetter. Die Vogtei Wetter war in den Langsdorfer Verträgen zwischen dem hessischen Landgrafen und Mainz geteilt worden, weshalb beide Regenten auf dem Münzbild erscheinen.
Antje Scherner


Literatur:
  • Schütz, Artur: Die hessischen Münzen des Hauses Brabant. Teil I (1247-1308). Kassel 1993, Kat.Nr. 210, S. 65.
  • Krey, Alexander: Die Langsdorfer Verträge aus rechtshistorischer Perspektive. In: Neugestaltung in der Mitte des Reiches. 750 Jahre Langsdorfer Verträge 1263/2013 (2013), S. 155-166.


Letzte Aktualisierung: 16.05.2019


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