Des Coudres, Louis


Kassel * 10.5.1820 - † 23.12.1878 Karlsruhe

Name: Des Coudres, Louis
Namensansetzungen: Des Coudres Louis
Nationalität: D
Lebensdaten: * 10.5.1820 - † 23.12.1878
Geburtsort: Kassel, Deutschland
Todesort: Karlsruhe, Deutschland
Beruf: Historien- und Porträtmaler


Des Coudres stammte aus einer begüterten Hugenottenfamilie. Sein Architekturstudium begann er in Kassel an der polytechnischen Schule, nebenbei besuchte er die Zeichenkurse von Justus Kraußkopf, anschließend die Akademie, wo ihn Ludwig Emil Grimm und Friedrich Müller unterrichteten. Zusammen mit seinen Mitschülern Gustav Kaupert und Friedrich Gunkel mietete er ein Atelier. Die Themen seiner Historienbilder entnahm er dem deutschen Sagenkreis und den Heiligenviten. Außerdem betrieb er intensive Naturstudien. 1840 wurde er Schüler der Münchner Akademie bei Julius Schnorr v. Carolsfeld. Er studierte die alten Meister und die zeitgenössische Freskomalerei in den Münchner Kirchen. 1841 kehrte er kurz nach Kassel zurück und begab sich 1843-1845 nach Italien, wo er mit dem von ihm bewunderten Peter Cornelius zusammentraf. In Rom entstand sein Gemälde "Paolo und Francesca". Auf Anraten Johann Wilhelm Schirmers trat er 1846 als Schüler Carl Friedrich Sohns in die Düsseldorfer Akademie ein und widmete sich der Porträtmalerei. Die Brüder Achenbach und Schirmer gehörten zu seinen engsten Freunden. 1851 studierte Des Coudres in Brüssel und Antwerpen die belgische Historienmalerei. 1855 folgte er seinem Freund Schirmer, der 1854 als erster Direktor an die neugegründete Akademie in Karlsruhe berufen worden war, und wurde Professor der Antiken- und der Malklasse. Nach dem Tode Schirmers 1863 beauftragte man ihn mit der geschäftlichen Leitung der Akademie. Hans Thoma und Eduard v. Gebhardt gehörten zu seinen bedeutendsten Schülern. 1864 gab er eine Denkschrift über das Gesetz zum Schutz des künstlerischen Urheberrechts heraus. Im gleichen Jahr führte ein Sturz zu einer langwierigen Erkrankung, an der er 1878 verstarb. Des Coudres Entwicklung reicht von romantischen, an den Nazarenern orientierten Anfängen bis zu einer monumentalen, dem Naturalismus der neueren Historienmalerei verpflichteten religiösen Kunst. Vor allem seine Porträts zeigen eine genaue Naturbeobachtung.

Katzenstein 1901 b, S. 312; Thieme-Becker 9 (1913), S. 121; H. Des Coudres, Ludwig Des Coudres (1820-1878)/Maler, in: Lebensbilder 3 (1942), S. 50-58; E. Lehmann, Louis des Coudres, in: Kunst in Hessen und am Mittelrhein, Nr. 18/19 (1979), S. 7-116; Herzog 1985, S. 325; Bruckmann 1997-1998 1, S. 277, 278.


Letzte Aktualisierung: 08.02.2017


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