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Pokaldeckel mit hessischem Löwen und Götterbüste



Pokaldeckel mit hessischem Löwen und Götterbüste


Inventar Nr.: KP B IX/I.25
Bezeichnung: Pokaldeckel mit hessischem Löwen und Götterbüste
Künstler / Hersteller: Altmündener Hütte
Christoph Labhardt (1644 - 1695)
Carl Landgraf von Hessen-Kassel (1654 - 1730)
Datierung: vor 1695
Objektgruppe: Gefäß
Geogr. Bezug: Kassel
Material / Technik: Weißglas und Farbglas, geblasen und gegossen, geschliffen und geschnitten

Glas
Maße: mit vorkragendem Kopf 17,2 cm (Durchmesser)
12,8 cm (Höhe)


Katalogtext:
Der Deckel ist das einzige Relikt eines Glaspokals, den Landgraf Carl von Hessen-Kassel zusammen mit Christoph Labhardt angefertigt hatte, wie aus einem Inventareintrag des Jahres 1763 hervorgeht. Der Gefäßkörper selbst war bereits im 18. Jahrhundert stark angegriffen und wurde spätestens in den 1920er Jahren ein Opfer der Glaskrankheit.
Der Deckel ist mit drei eingeschliffenen ovalen Kartuschen versehen, zwischen denen Büsten aus farbigem Pressglas sitzen. Sie stellen Ceres, Bacchus und Cupido (für Venus) dar. Das Wort "SINE" in einer der Kartuschen, vermutlich graviert von Landgraf Carl selbst, lässt vermuten, dass ursprünglich ein Zitat von Terenz dort vorgesehen war, das sich zu "Sine Cerere et Baccho friget Venus" ("Ohne Ceres und Bacchus friert Venus", Terenz, Eunuchus, IV. Akt, 5. Szene) vervollständigen lässt. Franz Adrian Dreier vermutete, dass die beiden freien Kartuschen für die Worte "et" und "friget" vorgesehen waren und sich mit den Büsten zu einem Rebus (Bilderrätsel) ergänzt hätten. Ein Löwe mit dem hessischen Wappen bekrönt den Deckel.
(10.10.2018, Antje Scherner)


Literatur:
  • Schmidberger, Ekkehard: Edelsteinschnitt des Barock - Die Künstler am hessischen Landgrafenhof. In: Kunst & Antiquitäten (1986), S. 40-51, S. 41.
  • Dreier, Franz Adrian: Franz Gondelach: Baroque Glass Engraving in Hesse. In: Journal of Glass Studies 38 (1996), S. 9-227, Kat.Nr. 1, S. 30-31, 113-114.


Letzte Aktualisierung: 10.10.2018


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